Listenplatz 17: Angelika Wallenborn

Angelika Wallenborn, Bitburg [59 Jahre]

Kauffrau

 

„Bei uns zu Hause war Politik immer ein Thema - dabei wurde lebendig, auch kontrovers diskutiert.“

 

Die Katholische Jugendbewegung in Bitburg hat mich sehr geprägt. Wir sind Richtung Prüm gezogen, als ich 15 Jahre alt war. Die letzten zwei Jahre vor dem Abitur war ich im Internat. In Bonn habe ich dann 1973 mit dem Studium begonnen, das ich an der TH Aachen mit Geografie und Sozialwissenschaft für Lehramt abschloss. Über die Universität Aachen hatte ich 1979 die Möglichkeit, an einer Exkursion nach China teilzunehmen. Wir waren eine der ersten Reisegruppen, die sich das Land anschauen durfte, allerdings nur mit einem Reiseführer. Auf dieser Reise lernte ich meinen Mann kennen. Wir wohnten in Aachen und dort wollte ich eigentlich auch bleiben. Aber mein Mann, der Luxemburger ist, bekam in Trier eine Referendariatsstelle als Lehrer.

Deshalb sind wir 1983 in das Haus meiner Großmutter nach Bitburg gezogen. Zurückzukommen war für mich sehr interessant. 1987 arbeitete ich für die Volkszählung, die damals sehr kontrovers diskutiert wurde. Anschließend machte ich eine Umschulung als Bürokauffrau. Mit Mitte dreißig nochmal zur Schule zu gehen, war eine Herausforderung. Ich machte mich als Immobilienkauffrau selbständig und arbeitete fünfundzwanzig Jahre in diesem Beruf. Heute hat eine meiner beiden Töchter die Agentur übernommen. Momentan arbeite ich als Job-Coach im Auftrag der Arbeitsagentur bei „AliBi“. Bis dahin hatte ich wenig Ahnung von den Schicksalen von Langzeitarbeitslosen. Eine Arbeit zu haben, ist sehr wichtig für das Selbstwertgefühl jedes Menschen: sich auf ein Wochenende freuen zu können und ein mitgestaltender Teil der Gesellschaft zu sein. Ich versuche, gemeinsam mit den Menschen einen Weg in die Berufswelt zu finden. Als alte Bitburgerin kenne ich viele potentielle Arbeitgeber und spreche die Leute auch direkt an. Das ist ein erfüllender Job, wenn ich bei der Arbeitssuche helfen kann.

Ich gehe häufig mit meinem Hund spazieren und lese Krimis. Dabei ziehe ich ein gutes Buch jedem Film vor. Da ich ja eigentlich Geografin bin, zieht es mich hinaus. Ich bin gerne in der Eifel unterwegs, aber auch Schottland fasziniert mich. Die schottische Küche, die wunderbare Landschaft und die gastfreundlichen Menschen. Schottland hat viele Ähnlichkeit mit der Eifel.

Ich bin schon sehr lange in der LISTE STREIT. Hier muss man sich nicht auf ein vorgegebenes Parteiprogramm einlassen und kann spontan auf die Gestaltung seines Lebensumfeldes einwirken. Ein Frauenhaus in Bitburg wäre so ein Wunsch. Bezahlbare Wohnungen sind in Bitburg auch dünn gesät. Bei uns zu Hause war Politik immer ein Thema. Dabei wurde lebendig diskutiert. Unsere Familie ist von starken Frauen geprägt.

 
 
 

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