Statement Verkehrskonzept Bedaplatz - Bit Galerie

Die Liste Streit hat gegen das neue Verkehrskonzept rund um den Bedaplatz und die Bit Galerie gestimmt. Hier die Begründung:

In den 70-er Jahren im letzten Jahrhundert wurde der Bedaplatz hergerichtet. Er wurde hergerichtet im Sinne eines römischen Forums – mit einer umgebenden Bebauung mit Säulengängen, die fortgesetzt werden sollten, und mit einer Umfahrung, die der Erschließung der Bebauung dienen sollte.

Es gab seitens der SPD den Vorschlag, das abschüssige Gelände des Platzes nicht aufzuschütten, sondern ein Parkdeck anzulegen, welches aus der Brodenheckstraße ebenerdig erschlossen werden konnte. Die CDU hat das damals abgelehnt, und das war einer der bekannten historischen Fehler, die die Bitburger Politik zu verantworten hat. Die Dr. Hans Simon Stiftung ließ sogar zwischen Bedahaus und dem Büro- und Geschäftshaus daneben ein Zugangsportal betonieren in der Hoffnung, man würde später einmal diesen Fehler korrigieren.

Viele Jahre später – 1988 – wurde im Stadtrat ein Verkehrskonzept beschlossen, das einen Innenstadtring als Konsequenz und Lösung für alle weiteren Erschließungsmaßnahmen in der Innenstadt beinhaltete – allerdings im Zusammenhang mit einer nördlichen Umfahrung – der Nord-Ost Tangente. Die sollte zuerst realisiert werden.

In den folgenden 20 Jahren hat sich die gesamte Verkehrsplanung der Stadt mit Westumgehung, Südspange, Umbau des Knotenpunktes am ehemaligen Bestkauf u.s.w. auf dieses Verkehrskonzept gestützt. Beteiligt waren die Politik mit einem Arbeitskreis Verkehr und das Büro Vertec.

Seit fast 10 Jahren gibt es nun die Idee einer Bit Galerie. Genauso lange gehört die verkehrliche Erschließung zu den Genehmigungsvoraussetzungen für dieses Großprojekt. Und fast genauso lange ist diesbezüglich überhaupt nichts passiert. Erst die Beauftragung von Herrn Hille als Moderator vor 10 Monaten brachte ein Ergebnis – und das auch erst jetzt vor 2 Wochen. Und dieses Ergebnis verursachte bei manchem Beteiligten – wenn wir an die Äußerungen von Herrn Dr. Dietzsch in der vergangenen Bauausschusssitzung denken - nur Fassungslosigkeit. Dabei wurden der Bauausschuss und der Stadtrat im Glauben gelassen, es bestünde eine einvernehmliche Lösung von Kreissparkasse, Volksbank, Dr. Hans Simon Stiftung und den anderen Anrainern des Beda Platzes.

Was uns besonders stört an diesem nun fast 10 jährigen Entstehungsprozess ist, dass wir für ein Projekt dieser Größenordnung überhaupt keine gestalterischen Vorgaben gemacht haben, wir wurden in die verkehrstechnische Planung nicht eingebunden, und es gab mit dem Durchführen eines Gestaltungsdialogs nur einen sehr bescheidenen Versuch, andere zu beteiligen. Vom Ergebnis dieses Gestaltungsdialogs ist rein gar nichts übrig geblieben.

Sollte es nicht aber doch so sein, dass der Stadtrat prinzipiell einen Rahmen definiert und vorgibt, innerhalb dem sich Projektierer und Investoren – insbesondere auch im Hinblick auf Planungssicherheit - frei und rechtssicher bewegen können?

Nun haben wir eine Lösung auf dem Tisch – eine Art kleinster gemeinsamer Nenner - der nicht mit den eigentlich zu Beteiligenden abgesprochen und schon gar nicht gemeinschaftlich erarbeitet wurde. Einen Tag vor der Präsentation im Bauausschuss wurden einige, aber bei Weitem nicht alle Anlieger informiert – die meisten sind entsetzt!

Beim Entwurf für die neue Verkehrsführung stand alleine die Verkehrstechnik im Fokus – andere Belange scheinen nicht wichtig zu sein, und vieles ist einfach noch nicht zu Ende gedacht. Es gibt nicht einmal eine Entwurfsskizze für den Bedaplatz! Weil das so ist, stehen immer noch viele Fragen unbeantwortet im Raum. Wie soll beispielsweise das Aldi Gebäude zukünftig von der Rückseite her erschlossen werden, wie sehen die Verkehrswege auf dem Platz aus, über die die Parkplätze erreicht werden sollen, u.v.m. Nachdem jetzt 10 Jahre vorbei sind, kriegen wir einen Schnellschuss aus der Hüfte präsentiert, nur damit man endlich sagen kann, dass es weiter geht. Die Negativfolgen sollen möglichst unerwähnt bleiben. So werden nochmals mehr als 200!! zentrumsnahe Parkplätze wegfallen. Und jeder, der durch den Karenweg in den Borenweg will, muss zukünftig vor der Apotheke Queckenberg rechts abbiegen und eine Runde über den Bedaplatz drehen, um dann über die Triererstraße bei Zangerles Eck nochmals in den Borenweg einbiegen zu können. Das führt dazu, dass zukünftig ca. 4000 Fahrzeuge mehr in den 4 Stunden zw. 15:00 und 19:00 Uhr über den Bedaplatz fahren, dass aber andererseits um unser eigentliches Stadtzentrum herum der Verkehr abnehmen wird. Unser Zentrum und unsere Fussgängerzone leben aber nun einmal von der Frequenz. Wir freuen mich schon auf die öffentliche Debatte und auf die Reaktion all Derer, die durch diese massiven Veränderungen betroffen sind.

Der Liste Streit waren von Anfang an für die Bit Galerie, weil mit ihr eine große innerstädtische Brachfläche verschwindet, und weil wir uns mit einer Galerie, die nicht wie eine Trutzburg da steht, sondern sich nach außen öffnet und die Innenstadt belebt, große Synergieeffekte erhoffen. Das der Entwicklungsprozess bis heute beinahe 10 Jahre gedauert hat, haben wir nicht zu verantworten.

Mit der neuen Lösung werfen wir 40 Jahre Verkehrsplanung über Bord, wir entwerten den Bedaplatz, indem wir ihn in der Mitte durchtrennen, einen Teil absenken, ihn mit verschiedensten Funktionen überfrachten, und dann verkehrsmäßig überlasten. Das sind für uns zu viele und zu gravierende Negativauswirkungen - und es muss besser gehen.

 
 
 

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